„Saniert sie noch oder lebt sie schon?“ – Heute: die ersten Arbeiten.

Unsere ersten Anstrengungen galten dem Innenhof. Denn dieser hatte sich seit unserem Besichtigungstermin ein wenig verwandelt.

Nach ein paar Stunden hatten wir den Urwald bezwungen und auch schon die ersten Verschläge eingerissen. Ich gebe zu, irgendwie sieht es schlimmer aus als vorher.

Die Verschläge gaben uns einen Vorgeschmack auf das, was uns bei unserem kompletten Haus erwartete. Der Vorbesitzer hatte für ALLES eine Verwendung. Nichts wurde weggeworfen, alles aufbewahrt und verbaut. Wände aus (Euro-)Paletten, Fenster mit Folie „abgedichtet“ usw.

Am Ende des ersten Tages waren wir mit dem Ergebnis unserer Arbeit ganz zufrieden.

Im Haus begannen wir nach und nach mit der Entkernung. Wir holten die unterschiedlichsten Tapeten von den Wänden und zogen die Teppichfliesen von den alten Dielen ab.Seht ihr auf dem Foto die Wandverkleidung unter dem Fenster? Das ist Laminat. Für den Fall, dass euch mal die Tapete ausgehen sollte ;-)

In der ehemaligen Küche tauchte unter Tapetenschichten und Brettern ein Fenster auf!

Lust auf eine Tapetenstudie?
Wir haben eine Menge unterschiedlicher Tapeten gefunden. Teilweise auch mehrere auf einer Wand in einer Schicht. Besonders interessant fand ich die ganz alten Tapetenbahnen. Diese waren Packpapierfarben und hatten Stempelabdrücke in Rot und Weiß.

Wer hat sich denn da hinter der Vertäfelung versteckt?

Fußbodenausgleich auf sehr spannende Art und Weise: Holzlättchen, Ausgleichsmasse, Tonpapier, usw. Für jedes Ding gibt es eine Verwendung :-)

Innendämmung ade!
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wieviel Styropor wir von den Wänden geholt haben. Es war auf jeden Fall eine ganze Menge und ich kann kein Styropor mehr sehen!
Das Blöde war, dass die Platten auf die Wand geklebt und genagelt waren. Und wenn man mit dem Spachtel auf einen Nagel traf, gab das einen schönen Rückstoß im Arm. Abends stand man also nicht nur aus einem Meer von Styroporstücken, sondern hatte auch einen breiigen Arm.

Eine Wand aus Paletten, die stabiler war als uns beim Abbruch lieb war.
Die „wunderhübsche“ Decke in diesem Raum war auch aus Paletten, die auf den Balken auflagen. Auch diese Konstruktion war für die Ewigkeit gedacht. Mit dem Brecheisen ging da nichts, so dass wir letztlich alles mit der Kettensäge auseinander geschnitten haben.
Besonders toll war die Dämmung und Verkleidung dieser Decke. Die Kasettoptik war Plastik auf einer dünnen Schicht Styropor. So richtig hässlich. Und als wir die Decke auseinander schnitten,  rieselten Styropor-Chips (eigentlich zum Verpacken gedacht) auf unsere Köpfe.
Styropor, überall Styropor! *hmpf*

Nachdem wir dann alle „Fremdschichten“ von der Wand entfernt hatten, holten wir noch den alten Putz runter. Und da war es: das Skelett unseres Hauses.

So gingen wir Raum für Raum vor. Wir machten eine Menge Dreck und erstmal sah das Haus schlimmer aus als vorher. Kernsanierung bedeutet halt erst mal Rückschritt.

Ich hoffe, euch hat der Einblick gefallen. In zwei Wochen geht’s dann weiter.
Habt noch einen schönen Sonntag!

4 Kommentare

  1. Bille sagte:

    Das ist total interessant und spannend!,, weiter!

    16. Februar 2014
    Antworten
  2. Maria V. sagte:

    Boah, Wahnsinn! So furchtbar das während der Bauzeit gewesen sein muss – So interessant ist es zu lesen!

    17. Februar 2014
    Antworten
  3. scrapperia sagte:

    Der Elvis!!! :) Ich lass in Zukunft auch alles Alte immer drunter, wenn ich was neu mache. Das ist doch für die späteren Generationen mal TOTAL interessant!

    Hoffentlich gibt es bald die nächste Folge!

    18. Februar 2014
    Antworten
  4. Kerstin sagte:

    Ich will mehr sehen !!!!
    Dein Bericht ist total interresant und ich bin
    schon gespannt wie es weiter geht.

    Liebe Grüße

    Kerstin

    20. Februar 2014
    Antworten

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